Die Grenzen der Diversifikation

Wer ein Portfolio aufbauen will, hat praktisch keine Chance dem Begriff Diversifikation zu entfliehen. Vielfach wird die Diversifikation als der heilige Gral der Kapitalanlage dargestellt. Aber stimmt diese Darstellung und hält sie, was sie verspricht?

Bild eines Pfeils mit drei Spitzen, nicht alle Eier in einen Korb legen

 

Grundsätzlich sollte die Diversifizierung nicht nur innerhalb einer Assetklasse stattfinden, sondern auch über diverse Vermögenswerte wie zum Beispiel Akiten, Anleihen, Rohstoffe oder Gold, etc. erfolgen. Da ich persönlich ein Fan von Aktien bin, spreche ich hier nur über die Diversifikation innerhalb dieser Assetklasse.

Es gibt so viele Meinungen über die Diversifikation, wie es Anleger gibt. Die einen predigen möglichst viele verschiedene Aktien aus verschiedenen Branchen und Ländern zu kaufen, damit das Verlustrisiko breit gestreut und somit minimiert wird. Andere, wie beispielsweise Warren Buffett oder Charlie Munger raten dazu, das Portfolio möglichst fokussiert zu halten. In diesem Zusammmenhang stammt folgende Aussage von Warren Buffett:

«Diversifizierung ist Schutz vor Unwissenheit. Es macht wenig Sinn, wenn Sie wissen, was Sie tun.»

Da ich weiss, dass ich nie das Wissen und die Erfahrung von Warren Buffett oder Charlie Munger erreichen werde, diversifiziere ich mein Portfolio moderat.
 

 

Was bedeutet moderat diversifizieren?

Für mich persönlich ist es eher schwierig bzw. sogar unmöglich 50 Unternehmen gleichzeitig zu überblicken und auf dem Laufenden zu sein. Darum sind für mich 25 Unternehmen im Portfolio die absolute Obergrenze. 25 ist immer noch eine stattliche Anzahl, aber da ich mich auch gerne mit meinen Investitionen beschäftige, empfinde ich das nicht als Arbeit oder anstrengend. Meines Erachtens gibt es hier auch kein Richtig oder Falsch. Jeder hat eine andere Einstellung zum Thema Risiko. Darum ist es viel wichtiger, dass man sich als Investor mit seiner gewählten Diversifikation wohl fühlt, als das man irgendeine Regel befolgt.

Was ist die beste Anzahl Aktien im Portfolio?

Aus diversen Studien geht hervor, dass der grösste Teil der rentabelsten Portfolios aus 12 bis 18 Aktien besteht. 12 Aktien sind ausreichend breit gestreut, damit nicht alle Eier in einem Korb liegen und 18 Aktien sind nicht zu viele, dass man die Übersicht über die Unternehmen verliert. Ausserdem nimmt die Reduzierung des Risikos über 18 Aktien nur noch minimal ab. Das heisst mehr als 18 Aktien bringen uns keinen wirklichen Mehrwert, sondern machen es nur schwieriger die Übersicht zu behalten. Wenn dir das Thema Sicherheit aber sehr wichtig ist und du eine möglichst breite Streuung erreichen möchtest, so kannst du dies wohl am einfachsten durch kostengünstige Index-ETF’s erreichen. Wie bereits in einem andere Artikel erwähnt, sind Fonds nicht meine Favoriten bei der Geldanlage. Aber das ist ein anderes Thema…

Soll ich Aktien aus verschiedenen Ländern zwecks Diversifikation kaufen?

In der Zeit von multinationalen Konzernen, welche ihren Umsatz auf der ganzen Welt erwirtschaften, halte ich es für vernachlässigbar, zwingend in verschiedenen Ländern zu investieren. Natürlich kann es in gewissen Fällen durchaus Sinn machen, aber ich denke es ist kein absolutes Muss. Zudem ergeben sich durch das Investieren in anderen Ländern weitere Risiken wie das Währungsrisiko. Grundsätzlich kann man sagen, dass das länderweite Diversifizieren in der heutigen Zeit einfacher geworden ist, da vielerorts die Kosten gesenkt wurden und er Marktzugang erleichert wurde. Viel wichtiger als das Investieren in verschiedenen Ländern, erachte ich die Aufteilung in verschiedene Branchen. Denn leidet eine Branche, läuft es in einer anderen vorübergehend besser, sodass dies im Portfolio eine ausgleichende Wirkung entfaltet.

Fazit

Diversifikation ist ein Schutz vor Unwissenheit. Da wohl niemand mit Sicherheit sagen kann, was morgen sein wird, erachte ich diesen Schutz bis zu einem gewissen Grad als Sinnvoll. Allerdings ist die Wirkung dieses Schutzes nicht unbegrenzt erweiterbar. Im Endeffekt ist es wichtig, dass du als Investor mit deiner Entscheidung gut schlafen kannst und dich wohl fühlst. Das schöne am Investieren ist, dass sich die Dinge ändern können. So kannst auch du jederzeit Änderungen vornehmen, welche dich wieder gut schlafen lassen. Es gibt hier kein Richtig oder Falsch, wichtig ist nur was für dich stimmt! Für mich stimmt es mindestens 12 und maximal 25 unterschiedliche Aktien im Portfolio zu haben.

Falls du gerade mit dem Aufbau deines Portfolios begonnen, aber noch keine 12 Unternehmen in deinem Depot hast, mach dir keine Sorgen! Kommt Zeit, kommt Diversifikation… Achte lieber darauf gute Unternehmen zu günstigen Preisen zu kaufen, die Diversifikation kommt dann von alleine und ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Was sind deine Erfahrungen mit der Diversifikation und nach welchen Regeln investierst du? Hinterlasse doch einen Kommentar, damit möglichst viele von deinen Erfahrungen profitieren können!

 

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